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egoistisch sein.

Wie egoistisch darf man in einer Beziehung sein? Wann darf man auch mal nur an sich selbst denken, auch wenn man weiß, dass es den anderen verletzen könnte? Und wie weit darf man dann gehen?

Natürlich kann man mal das eigene Lieblingsessen kochen, auch wenn man weiß, dass der Partner es nicht so sehr mag. Da muss er dann eben durch. Man kann auch mal ein kleines bisschen in einer Bar mit jemandem flirten, wenn man ein wenig angetrunken ist und den anderen nett findet - solange man rechtzeitig klar stellt, dass man vergeben und somit vom Markt ist.

Stellen wir uns einmal vor, der eigene Partner könnte einen nicht küssen - sei es aufgrund einer Verletzung oder Krankheit oder sonst etwas. Man hat also schon seit Ewigkeiten nicht mehr gespürt, wie es sich anfühlt, jemanden zu küssen. Ist es dann erlaubt, in eine Bar zu gehen, einen Cocktail zu trinken, jemand Neues kennen zu lernen und sich mit ihm in eine Ecke zu verziehen, um ein wenig "rumzumachen"? Es geht dabei nicht darum, dass man seinen Partner betrügen will oder diesen neuen Typen so sehr mag, dass man eventuell Gefühle für ihn entwickelt.

Nein, das ist eine rein egoistische Angelegenheit. Man denkt dabei nur an sich, weil man selbst einmal wieder das Gefühl haben will, jemandes Lippen an den eigenen zu spüren. Das bedeutet nicht, dass man den eigenen Partner auch nur ein kleines bisschen weniger liebt - man will einfach mal nur an sich selbst denken.

Ist das okay? Das ist die Frage, die ich mir gerade stelle. Natürlich würde man dem Partner nichts davon erzählen, und man selbst hätte ihm gegenüber auch kein schlechtes Gewissen. Aber trotzdem, einmal aus rein ethischer und moralischer Ansicht: ist es okay, so egoistisch zu sein?
19.6.16 20:29


Keine Schmetterlinge.

Ich weiß, dass das irgendwann nachlässt. Dieses Kribbeln im Bauch, wenn man die andere Person sieht. Dass man bei jeder Berührung das Gefühl hat abzuheben. Dass jeder Kuss einen auf Wolke 7 versetzt.

Natürlich kann das nicht für immer so sein. Es wäre ja fast schon schlimm, wenn das so wäre - wenn man nach 5 Jahren Beziehung immernoch Herzklopfen bekommt, wenn man an den anderen denkt, oder wenn dieser einen nur anschaut. Nein, es ist verständlich, wahrscheinlich sogar gut, dass das nicht so ist.

Doch jetzt stellt sich die Frage - wann ist es okay, wenn dieses Gefühl nachlässt? Ist es ein schlechtes Zeichen, wenn man nach 4 Monaten Beziehung schon nichts mehr spürt, während man sich küsst oder berührt?
- genau in dieser Situation befinde ich mich. Es ist, als gäbe es da eine strenge Trennung von Kopf und Körper. Mein Kopf und mein Denken, sie wissen, dass und warum ich Ian liebe. Wenn ich ihn anschaue, muss ich immernoch lächeln und weiß einfach, dass ich ihn liebe. Doch mein Körper zeigt seit einiger Zeit einfach gar nichts mehr. Kein Kribbeln, keine Schmeterlinge, keine kleinen Flugzeuge durch den Magen.

Kann es daran liegen, dass sich in unserer Beziehung eine gewisse Routine eingespielt hat? Dass bestimmte Berührungen eben schon zu alltäglich geworden sind, um noch etwas Besonderes zu sein? Doch die Frage ist wohl, wie sie wieder zu etwas Besonderem werden. Ich will nämlich diese Schmetterlinge im Bauch, wenn man sich anschaut oder küsst oder berührt. Ich brauche das, damit auch mein Körer mir bestätigt, dass Ian der Richtige für mich ist. Im Moment weiß ich es - aber ich spüre es nicht.


Und ich kann nicht aufhören, daran zu denken, dass die Schmetterlinge bei meinem letzten Freund Nate nach 2 Jahren immernoch da waren.
18.1.14 00:07


da sein.

Wenn man einen Menschen liebt, dann will man alles über ihn wissen. Man will seine Familie kennenlernen, sehen, wo er aufgewachsen ist. Und, man will eben auch Dinge wissen, die er sonst niemandem erzählt.

Ich habe im Moment folgende Situation: Ians leibliche Mutter - zu der er seit einem schlimmen Vorfall, über den er mir noch nichts erzählt hat, keinen Kontakt mehr hat - versucht anscheinend wieder, ihm Nachrichten zu schreiben und den Kontakt wieder aufzunehmen. Diese Information habe ich aber auch nicht von ihm selbst, sondern von seiner amerikanischen Austausch-Mom. Das alles ist eine ziemlich lange Geschichte, ich werde versuchen, mich so kurz wie möglich zu fassen.
Jedenfalls ist in seinem Leben gerade ziemlich viel los, und ich merke manchmal, dass er sehr traurig ist. Aber wenn wir zusammen sind, dann fällt mir auf, wie sehr er versucht glücklich zu sein und das alles zu vergessen.
Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum er mit mir nie über solche Dinge spricht. Bei mir, seiner Freundin, will er wahrscheinlich einfach glücklich sein und nicht an seine Probleme denken - deshalb erzählt er mir auch nie davon, was in seinem Leben gerade so los ist. Er will bei mir wahrscheinlich einfach Spaß haben und für einen Moment wieder lachen können.

Ist es jetzt also gefährlich, wenn ich es einfach so belasse und so tue, als wüsste ich nichts? Wenn ich ihn manchmal frage, ob alles okay ist, dann sagt er oft nur "Ja, ich bin nur müde." Ich meine, es ist okay, wenn er mit mir nicht darüber sprechen möchte, und wenn er alles für fünf Stunden am Wochenende vergessen will. Doch ich habe Angst, dass es ihm alles irgendwann zu viel wird und er eine Freundin bräuchte, die ihn in den Arm nimmt und mit ihm über alles spricht, was ihn belastet. Aber wie soll ich das tun, wenn er mir nicht vertraut und mich nicht an jedem Teil seiner Lebens teilhaben lässt? Wenn er mich nicht in sein Herz sehen lässt?

Denn ich will nicht irgendwann die Freundin sein, die nicht für ihn da war, wenn er es am dringensten gebraucht hätte.
26.12.13 00:36


abschied.

Ich weiß, es ist nur für 6 Monate. Ich weiß, dass sie zu 99,9 % wieder zurückkommt. Ich weiß, dass sich nicht viel ändern wird, solange sie weg ist. Ich werde immernoch 17 sein, Ian und ich werden (hoffentlich) noch zusammen sein, ich werde noch immer nicht alleine Auto fahren können. In der Fußball-WM werden die Deutschen noch nicht ihr erstes Spiel gehabt haben. Im Großen und Ganzen wird also alles so bleiben, wie es ist.

Es geht im meine Schwester. Sie wird morgen - um 20.15, Primetime-Zeit - in den Flieger nach Australien steigen. Nein, zuerst nach Dubai, dann weiter nach Sydney. 6 Monate lang wird sie dort Work&Travel machen, zusammen mit ihrer Kindergartenfreundin. Ich freue mich wahnsinnig für sie, und es wird vermutlich eine ganz schön wichtige Erfahrung in ihrem Leben. 19, das 1,2er Abi in der Tasche, nur mit dem Rucksack bepackt, durch Down-Under reisen, neue Leute kennenlernen, ab und zu arbeiten.

Morgen werde ich mich von ihr verabschieden. Es ist das erste Mal seit 17 Jahren, dass wir so lange getrennt voneinander sind. Normalerweise sind wir ein Herz und eine Seele, einfach nicht zu trennen. Sie ist wie meine beste Freundin, die im selben Haus wohnt.

Natürlich hat es auch Vorteile, dass sie geht. Ich habe zum Beispiel jetzt doppelt so viele Klamotten. Im Februar, wenn die Abi-Lernphase kommt, habe ich das Haus größtenteils für mich, ich habe meine Ruhe und kann mich konzentrieren. Ich habe die Freitag- und Samstagabende Zeit für meinen besten Freund, oder für Ian, ohne das Gefühl zu haben, meine Schwester zu vernachlässigen. Und ich bin mir sicher, dass wir auch 6 Monate ohne den anderen auskommen können.

An sich könnte ich dem morgigen Tag also eigentlich ganz locker entgegentreten. Wäre da nur nicht dieses winzige Fünkchen Angst, das ich da spüre ...
Normalerweise kann man sich ziemlich sicher sein, dass ihr nichts passiert. Tausende junger Menschen machen dieses Work&Travel jedes Jahr, und denen passiert auch nichts. Sie hat uns versprochen, nicht zu surfen, einen Haiangriff kann man also auch ausschließen.

Ich habe nur wahnsinnige Angst, dass ihr doch irgendetwas zustoßen könnte. Denn es könnte sein - wenn die Wahrscheinlichkeit auch noch so klein ist -, dass ich sie morgen das letzte Mal sehe. Und nicht nur das letzte Mal für 6 Monate, sondern für immer. Und dieser Gedanke macht mich noch verrückt.

- Ich weiß, eigentlich sollte man so etwas gar nicht denken dürfen. Man muss sich klar machen, dass ihr nichts passieren wird, denn solche angsterfüllten Gedanken helfen einem in keiner Weise. Deshalb macht diese Angst auch nur einen winzigen Teil von mir aus. Ich habe Hoffnung und Vertrauen, in sie selbst und in das Schicksal.

Denn ich kann nicht ohne meine Schwester leben - das geht einfach nicht.
10.12.13 22:07


entscheidungen.

Ist es überhaupt möglich, sich zwischen zwei genau gleich wichtigen Dingen zu entscheiden? Kann ich überhaupt sagen, ob ich im kalten Winter lieber mein Haus oder fließendes Wasser abgeben würde, wenn mich jemand dazu zwingt? Oder kann man überhaupt die Entscheidung treffen, ob man lieber erfrieren oder verbrennen würde?

Okay, ich weiß, dass diese Beispiele ziemlich krass sind. Und ich befinde mich nicht in einer Situation, in der es um Leben und Tod geht - keine Angst. Doch auch ich muss, jede Woche aufs Neue, eine Entscheidung treffen. Und ich weiß nicht, ob man diese überhaupt immer wieder treffen kann.

Das Problem ist, dass mein Freund Ian nicht auf die gleiche Schule geht wie ich. Nein, das Problem ist, dass mein bester Freund Finn sehr oft etwas mit mir unternehmen will. Oder nein, das Problem  ist, dass meine Schwester übermorgen nach Australien geht und ich sie dann ein halbes Jahr nicht sehen werde.

Also, mit wem soll ich mich jedes Wochenende treffen und etwas unternehmen?

- Ich weiß von Finn, dass er ziemlich sensibel ist und sehr schnell etwas falsches in Dinge hineininterpretiert. Wir sind schon ewig beste Freunde, und ich könnte mir außerdem nicht vorstellen, wie es wäre, nicht mehr mit ihm befreundet zu sein. Wir sind wie ein Herz und eine Seele, verstehen uns immer gut und ich muss immer lachen, wenn wir zusammen sind. Doch seit ich mit Ian zusammen bin, haben wir uns ein wenig aus den Augen verloren. Wir sehen und zwar noch jeden Tag in der Schule, doch da findet man nicht immer so viel Zeit füreinander. Vor einigen Tagen hat er mich sogar gefragt, ob wir etwas Abstand nehmen sollten, damit ich mehr Zeit für die anderen Bereiche in meinem Leben habe - ich glaube, er weiß gar nicht, wie sehr er mich damit verletzt hat.

- Ich denke, über Ian muss ich gar nichts sagen. Wenn ihr meine Einträge verfolgt habt, dann wisst ihr, wie verliebt ich in diesen Jungen bin. Und wie schwer es ist, dass ich ihn nur wenige Stunden in der Woche sehe. Wir sind seit zwei Monaten zusammen - und haben uns in dieser Zeit acht mal gesehen. Einmal die Woche. Da ist es doch klar, dass ich mir drei wichtigen Klausuren in der Woche meine fünf freien Stunden am Wochenende mit meinem Freund verbringen will. Die vergehen dann sowieso immer wie im Flug und es kommt mir vor, als hätten wir uns nur eine Stunde gesehen.

- Meine Schwester Julie will ich natürlich auch noch so oft wie möglich sehen. Vor allem, weil ich sie jetzt 6 Monate lang nicht mehr sehen werde. Natürlich können wir skypen, aber das ist nicht das gleiche, wie zusammen auf dem Sofa zu sitzen und fern zu sehen. Und in letzter Zeit habe ich sie vielleicht nur an drei Abenden der Woche gesehen - an den anderen telefoniere ich entweder mit meinem Freund oder meinem besten Freund.


Also, wofür entscheidet man sich? Wer ist einem wichtiger, der beste Freund, die Schwester oder der Junge, in den man unglaublich verliebt ist?

Kann man diese Entscheidung überhaupt treffen?
- Ich weiß. Man kann es eben nicht.
9.12.13 21:55


rückwärts.

"Manchmal muss man einen Schritt zurück gehen, um dann einen nach vorne zu wagen."

Dieser Satz scheint auf den ersten Blick vielleicht keinen Sinn zu machen. Klar, wenn man einen Schritt zurück und daraufhin wieder einen nach vorne macht, dann ist man ja wieder da, wo man zu Beginn war. Scheint logisch zu sein.

Doch ich glaube, dieser Satz beinhaltet viel mehr, als man es zuerst wahrnimmt. Man muss sich dazu erst einmal die Frage stellen, was es überhaupt bedeutet, einen Schritt zu machen. Und in welche Richtung?

Ich habe herausgefunden, dass für mich ein Schritt zurück bedeutet, dass man über all das Vergangene nachdenkt. Man reflektiert, erkennt vielleicht seine eigenen Fehler, findet Situationen, in denen der andere falsch gehandelt hat. In erster Linie sucht man nach Gründen dafür, wieso eine gewisse Situation ihr Ende gefunden hat.
Und wisst ihr was? Dieses Zurückgehen habe ich mit Hilfe dieses Blogs geschafft. Wenn ich mir heute einige Einträge von vor 6 Monaten anschaue, dann weiß ich noch genau, wie ich mich damals fühlte. Ich war noch immer verliebt in den Jungen, der mich nach 2 Jahren Beziehung für meine Sandkastenfreundin verlassen hat. Ich war traurig, verzweifelt, allein und ohne jegliches Selbstbewusstsein.
Doch irgendwie habe ich die Kraft gefunden, alles aufzuschreiben, zu dokumentieren. Ich habe meine Gefühle in Worte gefasst, habe bildliche Vergleiche für den Schmerz gefunden - und letztentlich bin ich einen Schritt weitergekommen.

Denn da, wo ich heute bin - na ja, hier bin ich mehr als einen Schritt von meiner damaligen Situation entfernt. Ich bin wieder verliebt, habe neues Selbstbewusstsein gefunden, neue Hobbies, die mich bestärken und mich inspirieren, bin weiterhin eine sehr gute Schülerin und plane gerade meine Zukunft - die eine Reise nach Kanada und anschließend ein Journalismusstudium beinhalten soll. Ich bin glücklich, zufrieden und definitiv viele Schritte weiter als noch vor einigen Monaten.

Ich habe also - um in meinem Leben weiter zu kommen - zuerst einige Schritte zurück machen müssen. Ich habe reflektiert, meine Fehler erkannt, auch Nates Fehler habe ich wahrgenommen, habe sie aufgeschrieben, mich teilweise auch an den Schmerz von früher erinnert.
Doch all das war es wert. Das Zurückgehen hat mich doch einen Schritt weiter gebracht - obwohl dieser Satz auf den ersten Blick vielleicht keinen Sinn zu machen scheint.

Es ist, wie wenn man auf dem Nachhauseweg umdreht, weil man seine Sporttasche vergessen hat - und findet dann einen Umschlag mit 10'000 Dollar. Ein Schritt zurück, und das Leben wird bereichert.
23.11.13 01:44


zeit.

Nicholas Sparks hat einmal geschrieben: "Zeit ist relativ."

Ich habe zuerst nicht verstanden, was er damit meint. Will er sagen, dass wir Menschen die Zeit praktisch erfunden haben und ihre Maßstäbe deshalb auch selbst festgelegt haben? Oder eher, dass wir uns die Zeit, die wir haben, selbst einteilen können und jeder selbst bestimmen kann, wofür er wie viel Zeit opfert?

Gerade jetzt verstehe ich ganz genau, was er meint. Die Zeit, die ich noch vor wenigen Wochen in Fülle gehabt zu haben schien, fehlt mir jetzt plötzlich überall.

- Die Schule ist extrem stressig in letzter Zeit. Ich schreibe jede Woche mindestens zwei Klausuren, und das geht noch bis Weihnachten so. Das bedeutet, dass ich jede Freistunde in der Schule, jede der 4 Stunden, die ich zu Hause jeden Tag habe, zum Lernen brauchen werde. Kein Fernsehen mehr, kein Sport, nicht einmal mehr für das Klavier spielen und Singen habe ich mehr Zeit.

- Die gemeinsame Zeit mit Ian fehlt mir sehr. Ich merke mit jedem Tag, wie sehr er mir fehlt und wie gerne ich jetzt bei ihm wäre. Doch die Schule lässt es nicht zu, außerdem wohnen wir 15 Meilen voneinander entfernt - nicht gerade ein Katzensprung. Auch er hat eine Menge zu tun in letzter Zeit, daher fallen stundenlange Telefonate am Abend leider auch aus. Wobei ich diese gerade jetzt wirklich dringend brauchen könnte.

- Meinen besten Freund Finn habe ich - obwohl wir auf die gleiche Schule gehen - schon seit Oktober nicht mehr richtig gesehen. Wir haben zwar einige Fächer zusammen, doch ich habe nicht mehr besonders viel Zeit, die ich mit ihm verbringen kann. In den Freistunden lerne ich, und an den Wochenenden treffe ich mich freitags mit Ian und samstags und sonntags lerne ich durchgehend.

- Das Auslandsjahr meiner Schwester in Australien steht bevor, und ich kann nicht viel Zeit finden, um gemeinsam etwas zu unternehmen. Ich weiß, dass sie mir schrecklich fehlen wird - noch nie in meinem Leben waren wir 8 Monate getrennt. Doch ich habe abends überhaupt keine Zeit und keinen Kopf mehr, um mit ihr fern zu sehen oder Youtube Videos anzuschauen. Ich lerne bis 22 Uhr und gehe dann ins Bett, um am nächsten Tag nicht vollkommen kaputt zu sein.

 

Man sieht schon daran, wie oft ich in diesem Eintrag das Wort "Zeit" gebraucht habe, dass dieses Phänomen etwas Merkwürdiges an sich hat. Sie geht vorbei, einfach so, und wenn wir sie am dringendsten brauchen, dann ist sie nicht für uns da.

Ich brauche dringend Zeit, die ich mit meinem Freund verbringen kann - denn ich weiß nicht, wie lange ich es noch aushalte, nur einmal in der Woche mit ihm zu reden. Mein Herz tut mir ständig weh, es ist, als wären wir tausende Meilen voneinander entfernt. Auch die kurzen SMS, die wir uns über den Tag schreiben, helfen nicht besonders.
Sie bringen mich für einen Moment kurz zum Lächeln, doch mein Herz hört nicht auf, sich schlecht und einsam zu fühlen.

 

Es beweist sich: Zeit ist relativ. Wir können sie nicht beeinflussen, und wir können sie nicht - so sehr wir es auch manchmal brauchen - irgendwie zurückdrehen. Wir können Zeit nicht in einem Glas aufheben und sie dann verwenden, wenn wir sie gerade am dringendsten nötig haben.

14.11.13 21:04


verletzt werden.

Kennt ihr das, wenn euch schon mal etwas passiert ist und ihr dann wahnsinnig Angst davor habt, dass es noch einmal passieret?

Das kann bei den banalsten Dingen sein - zum Beispiel, wenn man ein Mal ausversehen auf eine heiße Herdplatte gefasst hat. Das merkt man sich eine lange Zeit und geht in Zukunft mit Sicherheit vorsichtiger damit um. Die Verbrennungen tun oft auch nach Wochen noch ziemlich weh, und sie erinnern einen immer an den Fehler, den man begangen hat.

Was ist jetzt aber, wenn man nichts dafür kann, dass man verletzt worden ist? Was, wenn eine andere Person dir weh getan hat?
Nehmen wir unser Beispiel mit der Herdplatte - eine andere Person nimmt deine Hand und zwingt dich, sie auf die heiße Platte zu legen. Der Schmerz ist der gleiche, und das Resultat wahrscheinlich auch - wir werden uns wohl auch in Zukunft vor Herdplatten in Acht nehmen.

Wie ist das also im Bezug auf Schmerz, der mit der Liebe zusammenhängt? Ich denke, ich muss euch dafür ein bisschen von meiner Geschichte erzählen ...

Wenn iht meine Blog-Einträge verfolgt habt, dann wisst ihr, dass ich vor einem Jahr einen Freund hatte - Nate. Wir waren 2 Jahre lang zusammen und mit ihm war ich so glücklich, wie ich es selten in meinem Leben gewesen bin. Doch nach diesen 2 Jahren machte er ganz plötzlich - von einem Tag auf den anderen - ohne richtigen Grund mit mir Schluss. Wenige Monate später war er mit meiner Sandkastenfreundin Brooke zusammen.
Mit dieser Geschichte war eine Menge Schmerz verbunden, das könnt ihr euch wahrscheinlich denken. Und dieser Schmerz ging und geht leider nicht so schnell weg ...

Mittlerweile habe ich einen neuen Freund - Ian -, und ich kann nicht beschreiben, wie glücklich ich mit ihm bin. Er gibt mir neue Kraft, neues Selbstbewusstsein und eine neue Liebe, die ich so vorher noch nicht kannte. Und das Beste ist, dass ich weiß, dass er mich auch liebt.

Doch wir haben immernoch das Problem mit der Angst, der Herdplatte. Ich wurde ein Mal verletzt, und jetzt fällt es mir unglaublich schwer, mich jemand anderem gegenüber zu öffnen. Ich weiß, dass das Ian gegenüber unfair ist - er kannte Nate nicht und hat nur in meinen knappen Erzählungen von ihm erfahren. Natürlich weiß er, dass ich verletzt wurde, doch wahrscheinlich weiß keiner, wie sehr Nate mir wirklich wehtat.
Und jetzt habe ich dieses blöde Gefühl, die ständige Angst, auch Ian von einem Tag auf den anderen, ohne richtigen Grund, zu verlieren.

Es ist mir schon einmal passiert ... wieso sollte es diesmal also unmöglich sein? Es ist möglich, das weiß ich. Und selbst, wenn die Wahrscheinlichkeit noch so klein ist ... die Angst, dass ich noch einmal so verletzt werde, ist da, und geht auch nicht weg. Und ich weiß nicht, ob ich solch einen Rückschlag noch einmal ertragen könnte.

- Denn meine letzte Verbrennung ist noch nicht ganz verheilt.
12.11.13 22:33


bereit sein.

Woher weiß man, dass man bereit für Sex ist?

Diese Frage schwebt in letzter Zeit in meinem Kopf herum, und ich wünschte, ich hätte die Antwort bereits gefunden. Doch ich weiß es immer noch nicht.
In diesen ganzen amerikanischen Filmen sind sie doch alle schon mit 15 oder 16 so weit. Es ist keine große Sache, man tut es ein, zwei Mal und irgendwann fängt es an, einem zu gefallen.

Nennt mich altmodisch, aber für mich ist Sex etwas ganz besonderes. Ich kann zwar nicht aus Erfahrung sprechen, aber ich weiß, dass ich mein Erstes Mal oder auch Sex allgemein nur mit jemand ganz besonderem haben will. Nur wann ist die richtige Zeit dafür?

Gäbe es eine Check-Liste, die man ausgefüllt haben muss, dann bin ich mir sicher, dass meine bereits vollständig wäre: Ich habe einen Freund, der mich liebt und respektiert, ich selbst bin unglaublich verliebt, ich bin fast 18 und wir haben oft das ganze Haus für uns allein.

Und trotzdem weiß ich irgendwie, dass ich noch nicht bereit bin. Mein Kopf weigert sich einfach, "ja" zu sagen und mich darauf zu freuen. Nein, ich fühle keine Freude oder Vorfreude, wenn ich daran danke. Viel mehr habe ich Angst.

Ich habe Angst, dass wir zu wenig warten und später etwas bereuen. Dass ich mich jedes Mal dafür hasse, wenn ich daran denke und mir im Nachhinein sicher bin, dass ich noch zu jung war.
Ich habe Angst, dass wir zu lange warten und dass irgendwann die "Luft raus ist", dass Ian es leid ist, immer wieder ein Nein als Antwort zu bekommen.
Ich habe Angst, dass ich darin überhaupt nicht gut bin und Ian in irgendeiner Weise enttäusche.
Ich habe Angst, dass dabei irgendetwas schief läuft.
Ich habe Angst, mit meiner Mutter oder meiner Schwester oder meinen besten Freundinnen (Menschen, denen ich normalerweise alles anvertraue) darüber zu reden.
Ich habe Angst davor, vor jeder kleinen Sache Angst zu haben.

Wenn es nur um mich gehen würde, würde ich gerne noch warten. Eben so lange, bis ich mir sicher bin, nichts mehr falsch machen zu können und wirklich hundertprozentig bereit zu sein.

Aber ich habe Angst davor, dass Ian irgendwann bemerkt, dass es andere Mädchen gibt, die nicht warten wollen.
3.11.13 22:59


unausgesprochen.

Ians Mom schrieb mir gestern folgende Nachricht:

"Ich habe vorhin kurz mit Ian geskyped, und wir werden keinen neuen Termin zum telefonieren ausmachen. Danke für deine Entschuldigung, aber irgendwann kann man es nicht mehr ernst nehmen. Ich habe oft meine Pläne geändert, um mit euch zu skypen, aber ich wurde immer nur enttäuscht. Es kommt mir vor, als will Ian gar nicht, dass es zwischen uns besser wird. Es interessiert ihn auch nicht, wie sehr ich verletzt werde. Du bist ihm wichtiger als seine Familie hier. Herzlichen Glückwunsch, und ich hoffe, ihr beide habt ein glückliches Leben."

Das alles basiert darauf, dass wir Freitag eigentlich hatten skypen wollen. 23 - 1 Uhr nachts unserer Zeit war ausgemacht. Ian und ich warteten bis 1 Uhr und schrieben ihr mehrmals, jedoch kam keine Antwort zurück, und weil wir sehr müde waren, gingen wir dann ins Bett. Am nächsten Morgen sahen wir, dass sie uns um 1.03 Uhr geschrieben hatte, sie habe jetzt Zeit.

 

Das würde ich ihr gerne antworten:

"Du hast gesagt, dass Ian wie ein Sohn für dich ist, zwar nicht biologisch, aber ihr habt euch dazu entschieden, zu einer Familie zu gehören. Doch sich auf diese besondere Weise zu lieben bedeutet auch, den anderen anzunehmen und immer zu lieben, in guten und in schlechten Zeiten. Jede kleine Hürde soll aus dem Weg geschafft werden, damit die Beziehung aufrecht erhalten wird und sich sogar noch verbessert. Einen Streit anzufangen lässt dich ihn nicht weniger vermissen, und es lässt auch den Ozean zwischen euch nicht kleiner werden. Du bist ihm immer noch unheimlich wichtig, das weiß ich, und ihm tut es auch weh, dich zu verlieren. Und er hat sich nicht für mich entschieden - du hast ihn zu einer Entscheidung gezwungen, und er hat keine getroffen. Wir haben auch oft unsre Telefonate unterbrochen, damit ihr beide skypen könnt.

Du musst mir auf diese Nachricht nicht antworten. Ich will nur, dass du den Inhalt verstehst und darüber nachdenkst. Denn keine Mutter verstößt ihren Sohn, nur weil er eine Freundin hat, die sie nicht mag. Und die Liebe zwischen ihnen kann auch eine Entfernung von 6000 Kilometern überstehen, da bin ich mir sicher."


Ich müsste diese Worte nur noch übersetzen und abschicken - aber ich kann es nicht. Vielleicht habe ich Angst, dass es die Situation zwischen uns allen noch schlimmer macht. Vielleicht denkt sie, dass ich mich wichtig mache und mich in etwas einmische, das zwischen ihr und Ian ist.

Und vielleicht habe ich auch Angst, ganz tief im Innern, dass ich Ian durch all das verlieren könnte.

Wenn er wirklich die Entscheidung zwischen seiner Familie und seiner Freundin treffen muss ...

3.11.13 22:46


unterschied der kulturen.

Ich brauche eure Hilfe, und zwar die von jedem von euch. Ihr könnt mir helfen, bei der Entscheidung in einem Bereich, in dem ich mich überhaupt nicht auskenne und der mir so fremd ist wie kaum etwas anderes.

Jeder von uns gehört einer Kultur an - jeder hat ein Mutterland, und jeder weiß, dass andere Menschen andere Länder und andere Wertvorstellungen haben. Was ist jetzt also, wenn ein Mensch sich zwischen zwei verschiedenen Kulturen befindet und diese im Konflikt miteinander stehen? Was, wenn man sich notgedrunngen für eine der beiden entscheiden muss?
- in dieser Situation befindet sich mein Freund Ian, und in gewisser Weise befinde auch ich mich in ihr.

Dazu müsst ihr vorerst einiges wissen.

Ian hat für ein Jahr einen Schüleraustausch nach Spanien gemacht. Er lebte dort bei einer Familie und hatte drei jüngere Geschwister. Da er zu seiner richtigen Mutter nach der Scheidung seiner Eltern kaum mehr Kontakt hat, wuchs ihm seine spanische Mom sehr ans Herz, und auch seine kleinen Geschwister wurden für ihn zu seiner richtigen Familie. Seit er wieder in Amerika ist, vermisst er sie alle sehr und sie skypen fast täglich, da seine Mom ihren Sohn und seine Geschwister ihren großen Bruder schrecklich vermissen.
Letzten Freitag haben Ian und ich gemeinsam mit seiner spanischen Mom geskyped, und ich war froh, dass sie sehr nett zu mir war und das Gespräch auch wirklich locker und ungezwungen verlief. Doch Ian erzählte mir, dass die beiden, seit er und ich ein Paar sind, in einem kleinen Streit sind. Dabei geht es um diesen Unterschied der Kulturen, von dem ich vorher noch nicht einmal wusste, dass er in diesem Maße existiert.



In Spanien ist es verpöhnt, wenn nicht sogar verboten, dass ein Junge bei seiner Freundin übernachtet. Es gilt als schlechte Erziehung, als viel zu lockerer Umgang mit den Jugendlichen, und als respektlos gegenüber dem Mädchen. Mädchen, die bei ihrem Freund übernachten, gelten sogar als eine Art Schande für die Familie.
In Amerika, zumindest da, wo ich herkomme, ist das ganz anders. Meine Eltern erlaubten mir sofort, dass Ian bei mir übernachtet, da sie mir vertrauen und wissen, dass ich sehr verantwortungsvoll bin. Auch Ians Dad hatte nichts dagegen einzuwenden - denn unsere Eltern kennen ihre Kinder, sie wissen, dass wir nichts "Gefährliches" oder Unverantwortungsvolles tun.
Ians spanische Mom hat mich gestern in Facebook angeschrieben, und das Gespräch entwickelte sich zu diesem Thema hin. Es war ein langes Herumargumentieren, ich werde versuchen, es für euch kurz zusammenzufassen:

Sie sagte mir, dass Ian sich ihr - als seiner Mom - gegenüber respektlos verhalte, da er nicht nach den spanischen Wertvorstellungen handelt. Ich versuchte ihr zu erklären, dass er jetzt in Amerika ist und sich eben wieder in die Gesellschaft hier eingefunden hat. Sie sagte nur "this is not my son. The Ian we all grew to love had Spanish values." Ich wollte ihr erklären, dass Ian doch immernoch derselbe war, und dass dies eben ein Unterschied unsrer Kulturen war, den man irgendwie akzeptieren müsse. Doch sie meinte, dass sich Ian mit der Entscheidung, bei mir zu übernachten, für mich und damit gegen sie entschieden habe. Sie wolle dadurch nicht länger verletzt werden und deshalb würden sie und Ian vermutlich getrennte Wege gehen.

 

Ich weiß nicht, was ich jetzt tun soll. Ich will nicht, dass Ian sich zwischen mir und seiner Familie entscheiden muss - das würde ich nie von ihm verlangen. Diese Entscheidung kann man nicht treffen, sie ist sogar unmöglich zu treffen. Man kann nicht entscheiden, ob man seine Freundin oder die Familie mehr liebt.
Ich werde, sobald wir uns wieder treffen, auf jeden Fall mit ihm darüber sprechen und versuchen, eine Lösung zu finden.

Aber gibt es vielleicht etwas anderes, das ich tun kann? Ich will nicht, dass seine Familie in Spanien Schlechtes von mir denkt. Ich will nicht, dass er sie durch mich verliert. Ich will nicht, dass es ein Entweder-oder sein muss.

Und ich will nicht, dass das alles so kompliziert ist.

20.10.13 19:56


neues selbstvertrauen.

Es gibt viele Dinge, die einem Selbstvetrauen geben.

Vielleicht ist es ein neuer Haarschnitt, der dir wahnsinnig gut steht. Vielleicht ist es auch, weil man weiß, dass man in einer Sache besonders gut ist und man dadurch in gewissem Maße stolz auf sich selbst ist. Vielleicht sind es Tage, an denen wir uns besonders hübsch vorkommen, an denen wir strahlen und offen sind.

Ich habe bemerkt, dass all das einem helfen kann, selbstbewusster und kontaktfreudiger zu werden. Wenn ich zum Beispiel bemerke, dass mich ein Junge an der Highschool von weitem mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen beobachtet - dann finde ich das nicht unangenehm, sondern ich lächle in mich hinein. Ich sage mir, dass es kein Zufall war, dass er mich so angesehen hat, und dass ich ihm wohl irgendwie aufgefallen war.

Denkt jetzt aber nicht, dass ich mir zu viel auf mich einbilde. Nein, ich bin wahrscheinlich das am wenigsten selbstbewusste Mädchen in ganz Columbia! Aber manchmal gibt es Situationen, in denen man ausbrechen kann, in denen man sich ein kleines bisschen auf sich selbst einbildet.

Wir können uns selbst nicht im Alltag erleben. Selbst, wenn wir uns eine ganze Stunde im Spiegel betrachten, können wir uns nicht so sehen, wie es andere tun. Wenn ich mit jemandem spreche, habe ich keine Ahnung, wie ich dann dabei aussehe. Wenn ich ein Buch lese oder lerne, dabei mit meinen Haaren spiele oder mit dem Stift nachdenklich auf das Papier zeichne, dann nehmen andere Leute mich wahr. Und es liegt an uns, ob das in einem positiven oder einem negativen Licht geschieht.

 

Das Singen in meiner Band hat auf jeden Fall zu meinem Selbstbewusstsein beigetragen. Ich singe schon lange gern, jedoch bisher nur für mich allein oder vor meiner Familie. Doch in der Bandprobe kann ich ganz aus mir herausgehen, es tut wahnsnnig gut, laut und kräftig und hoch zu singen.

Und wenn ich danach Lob bekomme, dann fühlt es sich an, als wäre ich für einen kurzen Moment schwerelos und unglaublich leicht.
Und dann bemerke ich jedes Mal, wie mein Selbstbewusstsein um einen Zentimeter anwächst.

9.10.13 16:48


lieben, dass es wehtut.

Jeder kennt diese Redensart. "Ich liebe ihn so sehr, dass es schon wehtut." Man hat es vielleicht schon mal in einem Film gehört, oder die beste Freundin hat es über ihren "Lover" gesagt.

Früher habe ich nie verstanden, wie das gehen soll. Ich dachte, dass Liebe ein schönes Gefühl ist, und dass alles, was wehtut, negativ sein muss. Wie kann einem denn etwas Schönes wehtun? Das Schöne ist doch nicht mehr schön, wenn es doch wehtut. Wieso sollte ich denn in jemanden verliebt sein, wenn es mir Schmerzen bereitet?

Heute verstehe ich das besser. Es geht nicht darum, dass es einem immer wehtut, oder dass die Liebe selbst einem Schmerz bereitet.

Vielmehr geht es darum, dass man den anderen ständig vermisst, wenn er nicht bei einem ist. Dass man immerzu an ihn denkt, sich die Gedanken praktisch schon im Kreis um ihn herum drehen. Dass man beim Abschied, auch wenn es nur für einige Tage ist, das Geühl hat, dass ein Teil von einem selbst weggeht. Dass man ständig das Gefühl hat, kein vollständiger Mensch zu sein, wenn man nicht beim anderen ist. Dass sich dein Herz so leer anfühlt und im nächsten Moment, wenn man sich sieht, vor Glück herauszuspringen droht.

 

Das ist Liebe, die schmerzt. Aber sie ist trotzdem schön - ich würde sogar sagen, das tollste, was man fühlen kann.

Denn nur Liebe kann unglaublich schön sein und gleichzeitig wehtun.

6.10.13 21:46


Mom, Dad, this is my girlfriend.

Ich war erleichtert, und bin es immernoch. Ich war glücklich, und bin es im Moment wahrscheinlich mehr, als ich es in den letzten fünf Monaten zusammen war. Ich war zufrieden, mit mir, mir ihm, mit allem.

 

Was hatte ich mir zuvor nicht für viele Gedanken gemacht - ob ich ihn enttäuschen würde, ob ich von ihm enttäuscht sein würde, ob wir uns voneinander entfernen könnten.

Umsonst. Dieses Wort hatte ich noch nie in einem positiven Zusammenhang gebraucht. Normalerweise bedeutet es, etwas umsonst getan zu haben, dass man sich zu viel Arbeit gemacht hat, zu viel Arbeit für nichts. Doch ich bin froh, dass ich das Wort "umsonst" jetzt mit gutem Gewissen benutzen kann.

Alle meine Befürchtungen haben sich in Luft aufgelöst. Ian ist nicht der Partygänger, der immer betrunken ist, wenn er mit seinen Freunden rumhängt. Er ist nicht der Typ, der sich um keinen Preis um seine Feier-Laune bringen lässt. Und darüber bin ich unheimlich froh.

Das erste positive Anzeichen war es, als er mir sagte, meine Bedenken seien Unsinn. "don't worry, Annie, you can't do anything wrong. One thing i also love about you is your shyness."
Als nächstes fiel mir ein riesengroßer Stein vom Herzen, als er mir sagte, er trinke nur ein Bier, für mich, weil er wusste, dass ich betrunkene Leute nicht mag - und er hielt sich daran, für mich.
Dann stellte er mich seinen Freunden vor, was mich auch unglaublich glücklich machte. Ich sagte ihm, dass es mich freute, dass er sich nicht in irgendeiner Weise für mich schämte und mich ganz offen allen vorstellte. Seine Antwort war: "are you kidding, why should i feel ashamed about you? i can brag about you in front of them."

 

Die Sorgen waren also umsonst. Ich bin glücklich, wir sind glücklich, und außerdem haben wir gestern etwas gemacht, das sich DTR [define the relationship] nennt. Wir skypten mit seinen Austausch-Eltern in Spanien, die ihm sehr ans Herz gewachsen sind. Und wisst ihr, wie er mich ihnen vorstellte?

"Mom, Dad, this is my girlfriend."

28.9.13 22:33


partyphil und partyphob.

Das Wortspiel ist nicht das beste, ich weiß - biologische Endungen an das Wort "Party" zu hängen, wird in manchen Ländern wahrscheinlich sogar mit dem Tode bestraft oder so etwas. Aber diesmal musste es sein, weil es einfach perfekt zu meiner Situation passt.

 

An jeder Highschool gibt es grundlegend zwei Sorten von Menschen: Diejenigen, die gerne auf Partys gehen, und diejenigen, die solche und auch die Partys selbst mit allen Mitteln vermeiden.

Ich gehöre der zweiten Sorte an.

 

Natürlich geht man auf die Geburtstagsfeier des besten Freundes, oder tut der Freundin einen Gefallen und begleitet sie auf die Party ihres Schwarms - als 'wing-girl'. Doch ich verbringe meine Freitagabende nicht damit, mich auf einer Feier in einem schmutzigen Jugendclub zu betrinken, um danach halb bewusstlos in einer Ecke einzuschlafen. Nein, danke!

Aber was ist, wenn man in jemanden verliebt ist, der gerade dieser ersten Sorte angehört? Der gerne mal "die Sau rauslässt" und mit seinen Freunden feiert? 
Noch vor einigen Monaten hätte ich gedacht, dass ich von solchen Menschen generell abgeneigt bin und nie - niemals! - auch nur einen engeren Kontakt zu ihnen haben würde.
Doch dann musste ich feststellen, dass diese Menschen im Alltag auch ganz anders sein können. Sie leben vielleicht mit ihrem Dad und ihrem Bruder alleine, weil die Eltern getrennt sind und ihre Mom ausgezogen ist. Sie konzentrieren sich unter der Woche zu 100 Prozent auf die Schule und wollen auf jeden Fall gute Noten schreiben. Und sie behandeln dich wie eine Prinzessin, wenn sie in dich verliebt sind, und schreiben die jeden Morgen um Punkt 6.30 Uhr eine Guten-Morgen-SMS mit dem letzten Satz: "Ich liebe dich!"

Und genau so jemandem habe ich mit Ian gefunden.

 

Ist es jetzt also schlau, mit ihm auf eine Party zu gehen, wo wir gerade noch dabei sind, uns richtig gut kennenzulernen? 
Ist die Gefaht nicht viel zu groß, dass er sich wegen mir mit dem Trinken zurücknimmt und später irgendetwas bereut? Oder dass er enttäuscht ist, weil ich mit fremden Menschen nicht so locker umgehen kann wie er?
Ist da nicht auch noch die Möglichkeit, dass er trotzdem wie gewöhnlich feiert und ich später mit ihm - er völlig betrunken - nach Hause gehen muss? Und existiert dann nicht die Gefahr, dass ich das wahnsinnig "un-sexy" finde und zuerst einmal Abstand suche?

Ich habe seit jeher eine Abneigung dagegen, sich zu betrinken - keine Ahnung, wieso. Ich kann mit Menschen nicht umgehen, die sich "volllaufen lassen", wie es so schön heißt, und später überhaupt nichts mehr mitbekommen. Ich selbst habe noch nie wirklich getrunken, und ich finde das nicht schlimm.

 

Ich habe nur Angst, dass dieser Abend Ians und meine Beziehung nicht unbedingt verbessern wird. Denn irgendwie habe ich da dieses komische Gefühl, dass es auf Enttäuschung hinauslaufen wird.

25.9.13 22:03


about being shy.

Schüchtern zu sein ist eigentlich nichts schlimmes. Manche sagen wahrscheinlich sogar, dass es besser ist, als immer laut zu sein und ständig seine Meinung vertreten zu müssen. Schüchtern-Sein kann einen interessant machen, es lässt dich in gewissem Maße geheimnisvoll wirken - was ja nicht unbedingt eine schlechte Eigenschaft ist.

Manche Menschen sind eben einfach von Natur aus zurückhaltend, leise, vorsichtig und überlegend. Das bedeutet nicht, dass sie nicht kontaktfreudig sind - sie haben nur eine Art Schalter, der sie verschließt, sobald sie mit fremden Leuten zu tun haben.

 

Und leider gehöre auch ich zu diesen Menschen.

 

Es ist schwer, einfach man selbst zu sein, wenn man so befangen ist. Wenn man sich nicht wirklich traut, etwas zu sagen, sobald mehr als drei Leute um dich herumsitzen. Wenn man sich selbst ständig sagt "Verdammt, sei doch ein bisschen offener, rede, sei locker!" und das einfach nicht funktioniert.
Es scheint, als seien manche Körper, und vor allem manche Charaktere, einfach nicht dazu gemacht, viele Kontakte zu knüpfen und sich in bestimmten Gruppen schnell einzufinden.

 

Ist es unfair, dass das manchen Menschen viel einfacher fällt? - Ja.
Doch nützt es etwas, sich darüber aufzuregen? Bei jeder Party nur alleine herum zu sitzen und sich über sich selbst zu ärgern?

Wir müssen einfach immer weiter an uns selbst arbeiten, und entwickeln und neu definieren. Und wir müssen uns dazu zwingen, lockerer zu sein - sei es beim Tanzen, Trinken oder Unterhalten.

Und ich werde nächsten Freitag das Gleiche versuchen.

25.9.13 21:39


torturing myself.

Irgendwie ist es eine Art Folter, was ich mache. Natürlich will ich es nicht, aber ich kann auch nicht anders. Ich weiß ganz genau, dass es mir wehtun wird, dass es mir eine weitere kleine Nadel ins Herz stechen wird - und trotzdem tue ich es.

Es ist wie ein Reflex, eine automatische Reaktion meines Körpers. Ich will mir dieses Foto nicht ansehen, nein, nicht schon wieder. Ich will die Kommentare darunter nicht lesen, ich will nicht dieses hohle Gefühl im Magen bekommen. Und trorzdem klicke ich immer wieder auf ihr Facebook-Profil und sehe mir ihr Titelbild an.

Nate strahlt, während Brooke ihm einen Kuss auf die Wange gibt. Diese Szene würde mir im Prinzip nichts ausmachen, nein, wirklich nicht. Die Kommantare darunter sind es, die mir wehtun.

So hat zum Beispiel die Freundin von Nates Vater geschrieben: "Finally a real smile, Nate - of course that's only possible when Brooke is around. Love you guys!"

Nates Vater kommentierte: "Great couple! I'm proud of you, son."

Das Schmerzhafte daran ist nun, dass sein Dad und ich uns immer super verstanden hatten. Als Nate sich dann ganz plötzlich von mir trennte, hatte ich noch immer Kontakt zu seinem Vater - er sagte mir, er sei für mich da, und er habe mich wirklich lieb. Was mich am meisten freute und mir die Trennung wirklich um einiges erleichterte, war die Tatsache, dass er mir einmal sagte: "i had always wished that you'd be my daughter-in-law, Annie. don't be too sad, okay? you'll always be my favorite."


Stimmte es, was er sagte? War ich denn noch seine Favoritin? Hoffte er immer noch, dass Nate und ich eines Tages, vielleicht in fünf oder zehn Jahren, doch noch zueinander finden könnten und ich dann seine Schwiegertochter werde?


Im Moment sieht es nämlich so aus, als hätte Brooke meine Rolle ziemlich gut übernommen.
23.9.13 22:12


getting over somebody.

Mit diesen drei Worten musste ich mich in letzter Zeit beschäftigen. Was bedeuten sie eigentlich?

Bedeutet es, dass man nicht mehr in den anderen verliebt ist? Denn wenn das so wäre, dann könnte ich sagen, dass ich schon lange über Nate hinweg bin. Ich liebe ihn nicht mehr. Ich liebe ihn bestimmt schon seit 7 Monaten nicht mehr - eben seit dem Moment, indem ich wusste, dass es zu spät ist. Ich halte nicht viel davon, jemandem hinterher zu rennen, der für einen verloren ist. 

Oder bedeutet es, über jemanden hinweg zu sein, dass man nicht mehr an den anderen denkt, nie wieder? Dass einem die gemeinsame Zeit vollkommen egal ist, dass man nicht eine Sekunde, nicht mal eine Millisekunde lang denkt, was gewesen wäre, wenn ...? Dass man sogar mit ihm befreundet sein und einfach an die Zeit vor der gemeinsamen Partnerschaft anknüpfen kann?

Denn wenn das so ist, dann weiß ich nicht, ob ich jemals über Nate hinweg kommen werde. Ich bin nicht mehr in ihn verliebt, da bin ich mir sicher. Doch in meinem Gehirn scheint es noch immer eine Ecke zu geben, die seinen Namen trägt - eine, die all die schönen Erinnerungen beinhaltet. 


Und ich weiß nicht, wie man diese Ecke auslöscht. Keine Ahnung.
22.9.13 15:58


not because of harted. but because of pain.

Dass ich ihnen nich mehr "Hallo" sage, bedeutet keinesfalls, dass ich sie hasse. Nein, ich habe vor einiger Zeit bemerkt, dass ich niemanden hassen kann. Jeder Mensch hat zumindest einen Grund, eine Eigenschaft, warum er es nicht verdient, gehasst zu werden.

So verdienen es auch die beiden nicht - mein Exfreund und seine neue Freundin. Meine Kindheitsfreundin. Sie haben mir wehgetan. Aber ich hasse sie nicht.

Es wäre zu leicht, sauer auf sie zu sein. Ich wäre wütend, würde einige abfällige Kommentare ablassen, wenn sie in der Nähe wären. Ich würde schreien, es wäre laut. Aber so ist es nicht. Nein, alles geschieht still, ich leide sozusagen im Stillen. Wenn ich an ihr vorbeilaufe, dann lächle ich ihr zu. Ganz freundlich. Als wäre alles okay - denn so kennen sie mich. Ich bin Annie, das süße Mädchen, das nie jemandem etwas zuleide tun würde. Das nie jemanden hassen würde, das nie absichtlich einen Streit beginnen würde, das nie laut ist.

Und so bin ich auch jetzt nicht laut. Ich entspreche nur meiner Rolle, der Rolle, die mir von allen anderen zugeschoben wird. Ich bin still. Ich beschwere mich nicht, ich streite nicht, ich hasse nicht. Ich bin still. Ich leide, aber ich bin still. So, wie man es von mir erwartet.

12.5.13 20:28


replaced by someone perfect.

Ersetzt. Ein Ersatz. Weil das Alte nicht mehr gut genug ist. Was ersetzt man?
- Ein kaputtes Teil am Auto. Die alte Gitarre, wenn die andere nicht mehr gut klingt.

Und leider passiert es immer öfter, dass auch Personen ersetzt werden.

Nein, ich glaube nicht, dass Nate mich durch Brooke ersetzt hat. Er hat sich von mir getrennt, das bedeutet, er wollte niemanden mehr, der so ist wie ich. Er wollte jemand anderen, jemand besseren - Brooke. Und obwohl es wahrscheinlich nie Nates Absicht gewesen war, kam ich mir doch ganz schön ersetzt vor. Ich war nicht mehr gut genug gewesen - also holte er sich jemand Besseren. Ich kam mir vor wie weggeschmissen.

Ich finde, dass die Englische Bezeichnung für meine Situation das Ganze sehr gut beschreibt. Lasst mich das erklären:

to dump somebody = to end a relationship
the dump = die Müllkippe.

Und genau so komme ich mir vor. Weggeschmissen. Zuerst zerrissen, wie ein altes Stück Papier, dann in den Müll geschmissen, anschließend recycelt. Und dann nimmt man ein neues Stück Papier.

Das Schlimme und Schmerzhafte ist aber, dass das neue Stück Papier viel besser ist. Es ist glatter, weicher, lässt sich viel besser beschreiben. Die Tinte bleibt viel besser darauf haften.
Okay, ich höre jetzt auf, in Bildern zu sprechen - ihr wisst wahrscheinlich, wie ich es meine. Ich sollte mich nicht mit ihr vergleichen, das weiß ich. Doch irgendwie ist es unumgänglich. Und es ist frustrierend, weil ich bei diesem Vergleich viel schlechter abschneide.
Brooke ist perfekt, sie schreibt gute Noten, ist immer freundlich, unglaublich hübsch, immer perfekt gekleidet, sehr mädchenhaft, unkompliziert. Die Jungs, die im Moment auf sie stehen, kann man nicht an einer Hand abzählen.

Und ich bin nur Annie. Verlassen. Ersetzt. Mit gebrochenem Herzen.

27.4.13 19:49


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